Aus Erfahrung gut

Innerhalb von nur wenigen Jahren hat sich Phoenix Racing von einem vielversprechenden Start-up zu einem der erfolgreichsten deutschen Rennteams entwickelt. Der Schwabe Ernst Moser hat in der Eifel eine Mannschaft geformt, die Routine und Perfektion ausstrahlt.

An Mut hat es Ernst Moser nie gemangelt. Als junger Mann will der gebürtige Schwabe Motorrad-Rennfahrer werden. Sein Idol heißt Johnny Cecotto. Mit 19 startet Moser in der Deutschen Motorrad-Meisterschaft. Er hat Talent, doch es fehlen Geld und Beziehungen. Nach einem Zwischenspiel im mittleren Osten zurück in der Heimat, startet er seine zweite Motorsport-Karriere, dieses Mal mit vier Rädern. Aber nicht als Fahrer, sondern als Mechaniker: Im AMG-Mercedes-Team schraubt er 1988 ausgerechnet am DTM-Auto seines ehemaligen Idols Johnny Cecotto.

Nach dem Kollaps der ITC bleibt Moser noch zwei Jahre bei Zakspeed. Doch als Teamchef Peter Zakowski davon träumt, das Arrows-Formel-1-Team zu übernehmen, reift die Idee, sich selbstständig zu machen. Die Formel 1 ist nicht Mosers Welt, sein Herz schlägt für Touren- und Sportwagen. Richtig konkret werden die Gedankenspiele, als Moser im Oktober 1998 vom Finale der FIA-GT-Meisterschaft in Laguna Seca aus Kalifornien zurückkommt, die Zakspeed mit einem GT1-Porsche bestreitet. Zu Hause in Niederzissen finden die ahnungslosen Mechaniker des Teams ihre Entlassungen vor. In den hochtrabenden Formel-1-Plänen des Juniorchefs ist kein Platz für sie. Die Art und Weise ärgert Moser so sehr, dass er selbst fristlos kündigt und sich daranmacht, sein eigenes Team aufzubauen. Einige ehemalige Zakspeed-Mitarbeiter schließen sich ihm an. Andere kommen vom Günther Warthofers BMW-Team, das in Nürburg sitzt und gerade Personal abbauen muss.

Die Weichen für Phoenix Racing werden anfänglich noch in einer Privatwohnung in Meuspath gestellt. Dort sitzen Ernst Moser und Ex-Kollege Dirk Theimann stundenlang in der Küche zusammen, brüten über Kalkulationen und formieren die Mannschaft. Theimann wird schon als Dreijähriger mit dem Motorsport-Virus infiziert, als er 1957 den großen Juan-Manuel Fangio bei seinem letzten Rennen auf der Nürburgring-Nordschleife sieht. Elf Jahre lang arbeitet der Marketing-Spezialist für Zakspeed, ehe auch er kündigt und Phoenix Racing mit aufbaut.

Für Moser und Theimann steht schnell fest, dass ihr Team im neuen Industriegebiet angesiedelt werden soll, das an der B 258 in unmittelbarer Nähe zum Nürburgring entsteht. Phoenix ist eine der ersten Firmen, die sich dort niederlässt. Der modern und funktional gestaltete Gebäudekomplex gegenüber der Nordschleife wird im August 1999 fertiggestellt.

Rund 25 Mann arbeiten inzwischen für Phoenix Racing. Ernst Moser ist stets darauf bedacht, mindestens zwei Standbeine für sein Team zu haben. Deshalb kann Phoenix nach nur wenigen Jahren schon auf eine ausgesprochen vielfältige Geschichte zurückblicken: Supertourenwagen, DTM, Porsche Carrera Cup, 24 Stunden Nürburgring, 24 Stunden Spa-Francorchamps, FIA-GT-Meisterschaft, VLN, Speedcar, ja sogar Marathon-Rallyes – die Liste der Meisterschaften und Rennen, in denen Phoenix bereits aktiv war, ist ähnlich eindrucksvoll wie jene der Automobilhersteller, mit denen das Team bereits zusammengearbeitet hat: Aston Martin, Audi, Corvette, Opel, Porsche und Volkswagen.

 

Die Phoenix-Racing-Chronik im Schnelldurchlauf


1999

STW (Audi)

2000

24-Stunden-Rennen (Porsche)
DTM (Opel)

2001

Porsche Carrera Cup
24-Stunden-Rennen (Porsche)
DTM (Opel)

2002

Porsche Carrera Cup
DTM (Opel)

2003

Porsche Carrera Cup
24-Stunden-Rennen (Opel)
DTM (Opel)

2004

24-Stunden-Rennen (Opel)
DTM (Opel)

2005

DTM (Opel)

2006

Marathon-Rallyesport/Dakar (Volkswagen)
FIA GT/24-Stunden-Rennen (Aston Martin)
DTM (Audi)

2007

FIA GT (Corvette)
FIA GT/24-Stunden-Rennen (Aston Martin)
Marathon-Rallyesport/Dakar (Volkswagen)
DTM (Audi)

2008

Speedcar-Serie
FIA GT (Corvette)
DTM (Audi)

2009

GT3 (Audi)
DTM (Audi)

2010

GT3 (Audi)
FIA-GT1-WM (Corvette)
VLN/24-Stunden-Rennen (Audi)
DTM (Audi)

2011
 bathurst 2011
GT3 (Audi)
VLN/24-Stunden-Rennen (Audi)
DTM (Audi)

2012
vln 2012 dtm 2012 bathrust 2012
GT3 (Audi)
VLN/24-Stunden-Rennen (Audi)
DTM (Audi)

2013
vln 2013 fia gt 2013 24h 2013 dtm 2013
GT3 (Audi)
VLN/24-Stunden-Rennen (Audi)
DTM (Audi)